350 Lieder. 29 Alben. Kinderchöre, die heute noch singen — und eine Geschichte, die viel mehr ist als eine fromme Erfolgsbiografie. Hella Heizmann (1951–2009) gehörte zu den prägendsten Stimmen der deutschsprachigen christlichen Musikszene. Und doch kennen viele nur ihre Kinderlieder.
Aufgewachsen in einer Brüdergemeinde in Wetzlar, entdeckt durch eine Kassette, verheiratet mit 20, Südafrika-Tournee mit 21 — ihr Leben startete rasant. Doch es gab auch die andere Seite: Scheidung nach 22 Jahren Ehe, Burnout, eine stationäre Klinik. Und dann das, was vielleicht am meisten überrascht: Noch in den letzten Monaten ihres Lebens, schwer krank, fuhr sie fast jeden Samstag in die Psychiatrie — nicht als Patientin, sondern um mit Menschen zu singen.
Ihre Kinderlieder „Echt elefantastisch“ und „Du bist gut“ sind inzwischen mehreren Generationen ans Herz gewachsen. Ihr Lied „Manchmal, wenn ich mit dir reden will“ steht noch heute in evangelischen Gesangbüchern. Und ein Journalist notierte nach einem Konzert den Satz, der sie wohl besser beschreibt als jede Biografie-Einleitung: „Ihre Stimme pustet den Staub von der Seele.“
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