Als die Soul-Legende Aretha Franklin starb, suchte die Familie lange nach ihrem letzten Willen. Gefunden wurde er schließlich – zwischen den Sofakissen. Ein Gericht erklärte das Notizbuch für gültig. Ein Gastwirt in Niedersachsen schrieb auf einen Bestellblock: „BB kriegt alles.“ Auch das reichte. Ein kanadischer Bauer ritzte sein Testament sogar in den Kotflügel seines Traktors. Kreativ? Unbedingt. Empfehlenswert? Eher nicht.
Warum wir es aufschieben
Rund die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland hat keine Patientenverfügung. Etwa zwei Drittel haben kein Testament. Der häufigste Grund ist entwaffnend ehrlich: „verdrängt“ oder „noch nicht dazu gekommen“. Dabei stirbt niemand früher, weil er ein Testament geschrieben hat. Schon Martin Luther riet 1519: zuerst das Erbe ordnen, damit nach dem Tod kein „Zank, Hader“ bleibt.
Eine Reise um die Welt
Mein neuer Essay „Regeln, nicht Sorgen“ zeigt, wie andere es machen. In Mexiko senken Notare jeden September ihre Gebühren – der „Monat des Testaments“. In Südkorea haben über drei Millionen Menschen eine Vorsorgeverfügung unterschrieben. In Ghana baut man Särge in Form von Fischen und Flugzeugen. Und Schweden hat ein eigenes Wort für das rechtzeitige Ausmisten: den „Todesputz“.
Kein düsteres Thema
Der Essay erklärt in einfacher Sprache, was Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Testament leisten. Er zeigt die häufigsten Stolperfallen, vom getippten Testament bis zum vergessenen Passwort. Er hört Judentum, Christentum, Islam, Hinduismus und Buddhismus zu. Und er macht Mut: Vorsorge ist kein Rendezvous mit dem Tod. Sie ist ein Liebesbrief an die, die bleiben.
Ihr erster Schritt
Ein Abend, ein Gespräch, ein Ordner – mehr braucht es für den Anfang nicht. Am Ende des Essays finden Sie eine Checkliste mit sechs Schritten. Dazu gibt es einen Vorschlag für einen Vorsorgeabend in Gemeinde oder Familie.
- Regeln, nicht Sorgen – Ein unaufgeregter Blick auf das Danach (pdf)
- Aus als interaktiver Kurs mit dem Motto „Ich will“ – mit Vorlagen
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