Manches Programm listet Termine auf. Dieses hier erzählt eine Geschichte – von August bis in den Advent hinein, von leise bis elektrisch, von Wohnzimmernähe bis Weltruhm.
Es beginnt mit Theo Lehmann, dessen Worte länger bleiben als der Nachmittag, und SUPERZWEI, die aus dem Saal ein Wohnzimmer machen – und aus Zuhörern fast Mitbewohner. Der September schickt Hoffnung in Akkorden gleich doppelt ins Rennen, erst zart mit Daniel Harter, dann mit dem nötigen Krawall von Stilbruch. Dazwischen Emma Rieke, die 1895 nach China aufbrach – deren Geschichte beim Septembertreff heute noch aufwühlt.
Dann der Oktober: ein Paartherapeut, der nicht beschwichtigt, Rudolf Otto Wiemer, dessen Gedichte tanzen, und Udo Jürgens, der durch Udo Jay so lebendig zurückkehrt, dass man kurz vergisst, wann er eigentlich gegangen ist. Die Vinylbörse am Reformationstag gehört dazu – für alle, die wissen, dass Musik auf Platte anders klingt. Einfach anders.
Im November macht Petra Albersmann Mut zur greifbaren Sache, bevor das Songbird Orchestra mit Ray Charles beweist, dass manche Stimmen den Tod überdauern. Und dann, kurz bevor der Advent richtig beginnt, Adventslieder, die nicht dekorieren, sondern meinen, was sie singen.
Das letzte Wort hat Andreas Kümmert. Kein glattpoliertes Weihnachtskonzert – sondern rohe Ehrlichkeit mit elektrischen Gitarren, kurz vor dem Fest. Wer danach noch behauptet, der Dezember sei nur Konsum und Kerzenschein, war nicht dabei.
