Essay · Gesellschaft & GlaubeMontagmorgen. S-Bahn. Alle schauen auf ihre Smartphones.
Niemand spricht. An der Wand hängt ein Werbeplakat:
„Endlich Urlaub. Endlich du.“Drei Kilometer entfernt, zur gleichen Stunde: eine Kirche. Der Chor singt engagiert. Die Predigt ist gut vorbereitet. Aber die Gesichter der Anwesenden tragen denselben Ausdruck wie die Menschen in der S-Bahn.
Erschöpft. Abwesend. Wartend.
Dabei hätte die westliche Welt allen Grund zu brennen: mehr Ressourcen als je zuvor, mehr Wissen, mehr Freiheit. Und doch diagnostiziert die WHO Burnout als Volkskrankheit, verlassen Hunderttausende jährlich die Kirchen – und mancher Gemeindeabend hat die Anziehungskraft eines Wartezimmers.
Was ist passiert mit dem Feuer? Und was würde es brauchen, damit es wieder brennt?
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