Schokoladehasen, Rabattprospekte, Familienidylle. Wer dieser Tage Werbung sieht, würde kaum ahnen, dass Ostern das älteste und wichtigste Fest aller Christinnen und Christen weltweit ist – ob evangelisch, katholisch, orthodox oder freikirchlich.
Ausführlicher geht auch: 50 Jahre Ostern in der Werbung oder Die Auferstehung Christi in Medien und das auch: Er ist auferstanden und die Welt soll es erfahren
Von Karfreitag bis zur Auferstehung
Die Karwoche ist der Herzschlag des christlichen Jahres. Palmsonntag, letztes Abendmahl, Karfreitag: der Tod am Kreuz. Der Karsamstag, die Stille des Grabes. Und dann, in der Osternacht, die Wende: „Er ist nicht hier, er ist auferstanden!“ (Lukas 24,6). Was die vier Evangelien berichten, ist für alle Christen das Fundament des Glaubens. Wie Augustinus es formulierte: „Nimm die Auferstehung weg, und du zerstörst das Christentum.“
Diese Botschaft verbindet Christen in Frankfurt genauso wie in Nairobi, in Warschau wie in São Paulo. Und sie klingt in unzähligen Liedern, Predigten und Videos nach – wenn man sie sucht.

Was die Werbung daraus macht
Laut aktuellen Schätzungen erreicht der Einzelhandel zu Ostern 2026 allein in Deutschland rund 2,3 Milliarden Euro Umsatz. Deutschland, Schweiz und Österreich überbieten sich mit emotionalen Spots – Kreuz und Auferstehung kommen in keinem davon vor.
Deutschland:
Milka – „Lasst uns Ostern noch zarter machen“ ▶ – zwei Schwestern bei der Eiersuche, der Schmunzelhase rettet die Harmonie. Dritter Einsatz der gleichen Kampagne (Ogilvy), erneut europaweit auf TV und Social Media.
Netto – #DerWahreOsterhase ▶ – 3D-animierter Hase, Sohn einer Hase-Huhn-Beziehung, legt bunte Eier, wird in der Stadt gefeiert, kehrt am Ende zur Familie zurück. Jung von Matt / The Mill’s Studio London. Millionenfach geklickt.
Bofrost – „Ostern wird Tiefcool“ ▶ – Familienmitglieder taxieren sich am Ostertisch mit Western-Showdown-Musik gegenseitig. Die Kamera zoomt auf Augen wie in einem Sergio-Leone-Film. Der Twist: alle wollen dasselbe Gericht.
Lidl – „Ostern gemeinsam genießen“ ▶ – saisonales Ostermagazin mit Rezepten und Rabatten, gültig bis 4. April 2026. Frühling, Genuss, Familie. Schlicht und effektiv.
ALDI – „Endlich wieder Ostern“ ▶ – farbenfrohe Bilder, tanzende Blumen, Frühling als emotionaler Wendepunkt nach den Wintermonaten. Trifft den Nerv der Zielgruppe präzise.
Schweiz (CH):
Migros – Der verletzte Osterhase ▶ – CGI-Hase wird überfahren, kann die Eier nicht selbst verstecken. Eltern, Großeltern, Göttis übernehmen als „Aushilfshasen“. Produziert von Czar Film / Wirz Zürich, herzlich und innovativ.
Coop CH – „Ostern für mich und dich. Und Lea.“ ▶ – Lea findet jedes Osternest sofort. Dieses Jahr hat der Hase sich selbst übertroffen – das Nest bleibt unauffindbar, selbst die Eltern können nicht helfen. Schweizerdeutsch, heiter, unverwechselbar.
Österreich (AT):
BILLA – „100% österreichische Ostereier“ ▶ – BILLA Österreich setzt 2026 auf Herkunftsstolz: alle Eier aus österreichischer Boden-, Freiland- oder Biohaltung. Kein dramatischer Spot, sondern klare Markenbotschaft mit regionalem Versprechen.
PENNY AT / Rotes Kreuz – Osternester für Familien in Not ▶ – PENNY Österreich packt gemeinsam mit dem Österreichischen Roten Kreuz Osternester für Familien in sozialer Not. Eine der wenigen Kampagnen, die Ostern mit Nächstenliebe verbindet – zumindest ansatzweise.
Marken erzählen von Familie, Frühling, Humor. Das ist ihr gutes Recht. Doch die eigentliche Botschaft bleibt in allen zehn Spots unsichtbar.
Was alle Christen singen
Während die Werbung schweigt, singt die Christenheit – vielfältig, lebendig, konfessionsübergreifend:
Siegfried Fietz – „Auferstanden ist er“ ▶ – ein Lied, das nichts erklärt, sondern einfach feiert: Er ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden. Der Jubel des Ostermorgens in wenigen Tönen – von einem der Pioniere des deutschsprachigen geistlichen Liedes, der über 3.000 Melodien komponiert hat.
Jonathan Böttcher – „Frieden“ (Live) ▶ – ein Lied über echten Frieden, nicht den der Welt: keinen Waffenstillstand, sondern Versöhnung mit Gott. Die Stille nach dem Kreuz, bevor das Grab sich öffnet.
Jochen Rieger – Live ▶ – Lieder, die von der Bibel her denken: „Du bist mein Licht in der Dunkelheit“ – nicht als Trost-Kitsch, sondern als Glaubenssatz, der seinen Grund in der Auferstehung hat.
Christoph Zehendner – „Trost“ ▶ – sein Album handelt vom Innehalten in Schmerz und Trauer. „Trost“ ist kein Wegwischen von Wunden, sondern das Aushalten der Karfreitagsstille – im Vertrauen darauf, dass Ostern folgt.
Patrick Depuhl – „7 Worte vom Kreuz“ ▶ – ein Liederzyklus über die sieben letzten Worte Jesu: „Vergib ihnen“, „Heute noch im Paradies“, „Warum hast du mich verlassen?“ – Karfreitag als Kompositionsprinzip, Ostern als Auflösung.
Ball Brothers – „It’s About the Cross“ ▶ – das amerikanische Quartett bringt die Kernbotschaft auf den Punkt: nicht die Krippe, nicht die Engel, nicht die Hirten sind das Entscheidende – es geht um das Kreuz, um den rollenden Stein und um das neue Leben. „It’s about the stone that was rolled away, so that you and I could have real life someday.“ Gospel-Klarheit, die keine theologische Debatte braucht.
Violin Heart – „Es geht um das Kreuz“ ▶ – die deutsche Übersetzung desselben Songs, gesungen von dem christlichen Duo Violin Heart. „Es geht nicht um die Krippe, in der Jesus lag… Es geht um das Kreuz und um meine Schuld. Es geht um den Tag, als er auferstand, damit du und ich das ewige Leben sehn.“ Direkt, klar, ohne Umweg – das Osterbekenntnis in drei Minuten.
Dietrich Bonhoeffer schrieb es kurz vor seiner Hinrichtung aus dem Gefängnis: „Von der Auferstehung Christi her kann ein neuer, reinigender Wind in die gegenwärtige Welt wehen.“ Diese Worte gelten für alle Konfessionen – und sie brauchen keine Schokolade.
Fazit
Milka, Netto und Lidl erzählen von Familie und Frühling. Das ist ihr gutes Recht.
Doch die Botschaft aller Christen ist radikaler: Der Tod hat nicht das letzte Wort. Diese Geschichte wartet noch darauf, auch außerhalb von Gottesdienst und Worship-Playlist gehört zu werden.
„Wer Ostern kennt, kann nicht verzweifeln.“ — Dietrich Bonhoeffer
„Ich bin die Auferstehung und das Leben.“ — Johannes 11,25
Quellen
- absatzwirtschaft.de – Die schönsten Werbespots zu Ostern 2025
- clickworker.de – Social Media Ideen zu Ostern 2026
- ekd.de – Ostern 2026 – Gottesdienste & Online-Angebote
- ekd.de – Ostern – Basiswissen Glauben
- ekd.de – Osterbotschaft 2025 – Fest der Verwandlung
- sonntagsblatt.de – Ostergottesdienste 2026 im TV und Radio
- ad-hoc-news.de – ZDF Osterprogramm 2026
- k-tv.org – Die Heilige Woche und Ostern 2026
- friedenskirche-lueneburg.de – Ostern 2026 in der Friedenskirche
- osterkonferenz.de – Osterkonferenz 2026
- ogilvy.com – Milka Osterkampagne (Ogilvy)
- oikoumene.org – Osterbotschaft Weltrat der Kirchen 2025
- dbk.de – Papst Franziskus – Urbi et orbi Ostern 2025
- katholisch.de – Das Geheimnis von Ostern
- seforanelson.com – Sefora Nelson – Künstlerin
- tcg-ohof.de – Künstlerliste TCG-Ohof Meinersen
- spotify.com – Oster Worship 2026 – Playlist
- erzbistum-muenchen.de – Ostern zeigt: Menschen sind nie am Ende ihrer Möglichkeiten
Erstellt von M. Boeddinghaus unter Verwendung von KI-Technologie (Claude/Chat-GPT).
