Drei reichen völlig – Trio Sinfonia Leipzig

Violine, Posaune und Piano verwandelten den Saal in Meinersen in einen Ort voller Wärme, Virtuosität und Gänsehaut – TCG-Ohof

Meinersen / Ohof, 1. Mai 2026. Ein Feiertag, der seinen Namen verdiente: Mit dem Konzert des Trio Sinfonia Leipzig erlebte das TCG-Ohof in Meinersen einen Abend, der lange im Gedächtnis bleiben wird. Drei Musikerinnen und Musiker – Violine, Posaune und Piano – genügten vollauf, um einen vollbesetzten Saal in seinen Bann zu ziehen. Das Publikum dankte es mit stehenden Ovationen und nicht enden wollendem Applaus.

Konzertmeister, Gründerin, Weltreisende

 – TCG-OhofWas das Trio Sinfonia Leipzig auszeichnet, ist nicht nur technische Brillanz – es ist die Fähigkeit, Musik unmittelbar zu vermitteln. Antonio Palanović an der Violine, Konzertmeister der Sinfonia Leipzig und geprägt durch die Zagreb Philharmonie, Julia Nagel an der Posaune, Gründerin des Ensembles und Botschafterin einer einladenden Klassik, sowie Barbara Hodapp am Piano, die Konzertreisen nach Südamerika, Israel und China hinter sich hat – gemeinsam schufen sie eine musikalische Atmosphäre, die niemanden im Saal unberührt ließ.

Von Klengel bis Schubert – ein klassischer Bogen

Der erste Konzertteil führte durch drei Jahrhunderte Musikgeschichte. Mit dem Trio G-dur von Julius Klengel eröffnete das Ensemble kraftvoll und mit bemerkenswerter Spielfreude.  – TCG-OhofBachs Doppelkonzert ließ den Dialog zwischen Violine und Posaune aufleuchten – zwei Stimmen, die sich gegenseitig zu immer neuen Höhen trugen. Tief Luft holen verlangte Vivaldis Winter (1. und 2. Satz): Die ungestüme Energie des ersten Satzes wich einer Stille im zweiten, die den Raum förmlich einfrieren ließ.

Besonders berührend: Bachs Bist du bei mir – eine zärtliche Melodielinie, die das Publikum in atemlose Stille versetzte. Sarasates Zigeunerweisen hingegen entfachten Feuer: Palanović‘ Violine raste durch die Läufe, dass manch einem das Herz schneller schlug. Corelli, Arensky und Brown rahmten den ersten Teil mit feinen Klangfarben ein, bevor Schuberts Militärmarsch das Publikum beschwingt in die Pause schickte.

Gershwin, Morricone, Clapton – Klassik trifft Weltmusik

Der zweite Teil bewies, was Trio Sinfonia unter „Musik, die ankommt“ versteht. Gershwins Summertime – sehnsüchtig und warm – TCG-Ohof, Nagels Posaune trug die Melodie wie eine menschliche Stimme. Morricones Cinema Paradiso ließ Bilder entstehen, wo keine Leinwand stand – pure Kinematographie in Tönen. Kurt Weills Nannas Lied zeigte die Bandbreite des Ensembles: herb, tief, von unerwarteter Dramatik.

Mit Elvis Presleys Can’t Help Falling in Love und Coldplays Viva la Vida öffnete das Trio die Türen noch weiter. Jubel im Saal. Wer geglaubt hatte, klassisch bedeute kühl, wurde eines Besseren belehrt. Den emotionalen Höhepunkt des Abends setzte Eric Claptons Tears in Heaven: ein Moment tiefer Stille, gefolgt von einem Applaus, der dem Stück gerecht wurde.

Zugaben, die niemand vermissen wollte

Das begeisterte Publikum ließ das Trio nicht gehen, ohne zwei Zugaben gefordert – und erhalten – zu haben. Mozarts bezauberndes La ci darem la mano aus Don Giovanni – ließ den Saal schmunzeln und schwelgen zugleich, ehe Humperdincks Abends will ich schlafen gehn aus Haensel und Gretel – den Abend mit einer Wärme beschloss, die noch lange auf dem Heimweg nachwirkte.

TCG-Ohof als Bühne für außergewöhnliche Begegnungen

Dass ein solches Konzert in Meinersen möglich ist, verdankt sich dem TCG-Ohof (Ohofer Gemeinschaftsverband e.V.), der sich als christliches Kulturzentrum seit Jahren als lebendiger Treffpunkt für Kunst, Begegnung und Gemeinschaft versteht. Das TCG-Bistro, das bereits ab 18 Uhr bewirtet hatte, bot auch nach dem Konzert Raum für angeregte Gespräche – und das war an diesem Abend dringend nötig: Die Besucherinnen und Besucher hatten viel zu sagen.

Wer dieses Konzert verpasst hat, darf sich ärgern – und sich merken: Das TCG-Ohof bringt regelmäßig Künstlerinnen und Künstler von Rang nach Meinersen. Der nächste Termin lohnt sich.

Die lange Version des Berichtes

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