Der Feind ist kein Fremder

Über Rivalität, Ideologie und die Kunst des FriedensC f d f e be f dc b – TCG-Ohof


Kain tötet Abel nicht, weil sie verschieden sind — sondern weil sie dasselbe wollen. René Girard nannte das mimetische Rivalität. George Orwell nannte es Fußball. Die Geschichte der letzten 50 Jahre nennt es Krieg.

Seit 1975 gab es auf dieser Erde keinen einzigen Tag ohne bewaffneten Krieg. 117 Millionen Menschen sind heute gewaltsam vertrieben — mehr als je zuvor. Die Welt gibt 2.443 Milliarden Dollar jährlich für Militär aus. Und trotzdem: Die meisten von uns erleben Krieg als Fernsehnachricht.

Dieses Essay stellt die unbequeme Frage, die uns alle angeht.

Wir folgen drei der tiefgründigsten Denker des 20. Jahrhunderts — Konrad Lorenz, René Girard, Johan Huizinga — und verstehen, warum Sport und Krieg denselben Ursprung haben, aber nicht dasselbe Ende brauchen. Wir erzählen, warum 1971 ein Tischtennisball schaffte, was zwei Jahrzehnte Kalter Krieg nicht geschafft hatten: Glenn Cowan verpasst den Bus, steigt in den falschen ein — und Weltmeister Zhuang Zedong schenkt ihm ein Bild aus Brokat statt Feindschaft. Drei Monate später landet Kissinger heimlich in Peking.

Wir fragen, wer von Krieg profitiert — und wer zahlt. Wir zeigen, wie Schulbücher Feindbilder züchten, wie Medien Kriege selektiv sichtbar machen und warum der Jemen fünfmal mehr Todesopfer hat als die Ukraine, aber drei Prozent der Medienaufmerksamkeit erhält.

Wir gehen dorthin, wo der Westen nicht hinschaut: nach China, Indien, Brasilien, Vietnam, Afrika. Wir hören Konfuzius und Gandhi, Ibn Khaldun und Fanon — und fragen, warum sich der Globale Süden beim Ukraine-Krieg mehrheitlich enthielt.

Und wir stellen eine Frage, die kein Lehrplan stellt: Wie tief steckt der Krieg in unseren Kirchenliedern? Von „Ein feste Burg“ bis „Onward, Christian Soldiers“, von den Kreuzzügen bis zu Bibelzitaten auf US-Zielfernrohren — und was die Bergpredigt, Dietrich Bonhoeffer, die Quäker und Karl Barth dagegen zu sagen haben.

Das Essay zeigt aber auch: Frieden ist möglich. Mosambik. Nordirland. Kolumbien. Liberia, wo Frauen mit Gebeten und Sitzstreiks einen Bürgerkrieg beendeten. Costa Rica, das 1948 seine Armee abschaffte — und seitdem keinen Krieg führte.

Am Ende: Was du tun kannst. Heute. Und ob Beten hilft.

187 Quellen. 6 Kapitel. Fünf Kontinente. Eine Erkenntnis: Der Weg zum Frieden beginnt damit, den Anderen als Gegner zu sehen — nicht als Feind.


Das vollständige Essay erscheint in dieser Ausgabe — zum Lesen, Weiterdenken und Weitergeben.

 
Nach oben scrollen
×