Wenn Lieder zu Weggefährten werden

Seit gut anderthalb Jahren lädt das TCG-Ohof unter dem Titel „Worte & Töne“ regelmäßig zu Nachmittagen ein, an denen die großen Liedermacherinnen und Liedermacher des deutschsprachigen Gemeindegesangs im B e ae b d ad b d b – TCG-OhofMittelpunkt stehen – mit ihren Melodien, ihren Texten und den Geschichten dahinter.

MEINERSEN. Es gibt Lieder, die kennt man, ohne sich erinnern zu können, wo man sie gelernt hat. Sie waren einfach immer da: im Kindergottesdienst, auf der Freizeit, beim Abendsegen. Genau diesen Liedern – und den Menschen, die sie geschrieben haben – widmet das TCG-Ohof seine Reihe „Worte & Töne“. An ausgewählten Sonntagnachmittagen wird das Meinerser Kulturzentrum zum Wohnzimmer für Musik, die trägt: mal leise, mal kraftvoll, aber immer mit einem klaren Kern aus Hoffnung, Trost und Glauben.

Das Prinzip ist bewusst einfach gehalten und gerade darin wirkungsvoll: Statt ein Konzert im klassischen Sinn zu sein, ist jeder „Worte & Töne“-Nachmittag eine Mischung aus Musik, biografischer Erzählung und stillem Mitsingen. Bekannte Melodien werden neu zum Klingen gebracht, Texte werden noch einmal gelesen und gedeutet, und zwischen den Liedern erzählt jemand vom Leben hinter den Noten – von Umwegen, Krisen, Aufbrüchen und der beharrlichen Treue, aus der die Lieder am Ende entstanden sind.

Ein Kaleidoskop großer Liedermacher

Wer bislang unter diesem Titel eingeladen war, liest sich wie ein Who-is-who der geistlichen Liedkultur der letzten fünfzig Jahre: Bereits vorgestellt wurden Manfred Siebald, dessen über 300 Liedtexte seit fünf Jahrzehnten Generationen von Sängerinnen und Sängern begleiten, sowie der Kirchenmusiker und Komponist Johannes Jourdan (1923–2020), dessen Gemeindelieder zum Nachdenken und Mitsingen einladen. Im Juni 2026 stand mit Hella Heizmann (1951–2009) eine Liedermacherin im Mittelpunkt, deren Kinderlieder mit der von ihr gegründeten „Rasselbande“ ganze Kinderstunden-Generationen geprägt haben.

Am 9. August folgt ein Nachmittag mit den Liedern und Worten von Theo Lehmann – einem Mann, der, wie es das TCG-Ohof formuliert, seinen Glauben nicht nur bespricht, sondern gelebt hat, auch dann, wenn es schwierig wurde. Am 4. Oktober widmet sich die Reihe dem vielseitigen Rudolf Otto Wiemer: Schriftsteller, Lyriker, Dramatiker, Lehrer, Bibliothekar und Puppenspieler in Personalunion – ein „feinsinniger Menschenbeobachter“, dessen Worte klingen und dessen Gedanken, wie es im Ankündigungstext heißt, „ein bisschen tanzen“ dürfen. Den Jahresabschluss der Reihe bildet traditionell eine besinnliche Adventsausgabe: Am 29. November lädt „Worte & Töne im Advent“ zu Liedern der Erwartung ein – bewusst ohne Weihnachtsrummel, sondern als stille Zeit des Hinhörens und Hoffens.

Mehr als Nostalgie

Was die Reihe von einem reinen Oldie-Nachmittag unterscheidet, ist ihr doppelter Blick: zurück auf die Lebensgeschichten der Liedermacher – mit ihren Brüchen, Umwegen und Wendepunkten – und zugleich nach vorn, auf das, was diese Lieder auch heute noch zu sagen haben. Wer an einem „Worte & Töne“-Nachmittag im TCG-Ohof sitzt, hört darum nicht nur vertraute Melodien, sondern erfährt auch, unter welchen Umständen sie entstanden sind: aus Krankheit und Genesung, aus Zweifel und wiedergewonnenem Vertrauen, aus schlichter, jahrzehntelanger Treue zur eigenen Berufung.

Damit reiht sich „Worte & Töne“ ein in das kulturelle Grundanliegen des TCG-Ohof, das sich selbst als christliches Kulturzentrum unter dem Leitgedanken „Glaube, Liebe, Hoffnung als Dynamik“ versteht: Räume zu schaffen, in denen Musik, Erinnerung und Gemeinschaft zusammenfinden – offen für alle, die genau hinhören wollen, was in den alten Liedern eigentlich steckt.

Wo: TCG-Ohof, Am Walde 4, 38536 Meinersen

Wann: sonntags, in der Regel 15:00 Uhr

Nächste Termine: 09.08.2026 Theo Lehmann · 04.10.2026 Rudolf Otto Wiemer · 29.11.2026 Worte & Töne im Advent

Kosten: 10 € / 15 €

Reservierung & Infos: www.tcg-ohof.de/veranstaltungen · Tel. (05372) 978 3949

 

 

Nach oben scrollen
×