Wo ist der Respekt hin?

Diesen Satz haben Sie schon gehört. Am Küchentisch, f f f ca e baf eb – TCG-Ohofim Lehrerzimmer, in den Nachrichten. Er klingt nach Verfall, nach früher, nach besseren Zeiten.

Nur: Genau dieselbe Klage findet sich vor hundert Jahren. Und vor tausend. Ein oft Sokrates zugeschriebener Stoßseufzer über die „tyrannische Jugend“ macht stutzig. Was, wenn die Klage selbst ein Ritual ist – und kein Befund?

Ein neuer Essay geht der Frage nach. Ruhig, fair, ohne Zeigefinger. Und er kommt zu einem überraschenden Schluss: Der Respekt ist nicht verschwunden. Er hat sich verschoben.

Drei stille Umbrüche haben unser Miteinander umgebaut:

  • vom Sie zum Du – Nähe gewonnen, Distanz verloren;
  • vom Namen zur Nummer – Gleichheit gewonnen, das Gesicht verloren;
  • vom Bürger zum User – Bequemlichkeit gewonnen, und die Aufmerksamkeit gleich mit verkauft.

Unterwegs begegnen Ihnen ein schwedischer Beamter, der 1967 kurzerhand alle duzte – und damit auch die IKEA-Kultur prägte. Das japanische keigo, in dem Respekt bis in jede Verbendung eingebaut ist. Platons Ring, der unsichtbar macht – und erklärt, warum im Netz die Hemmungen fallen. Und eine Zahl, die nachdenklich stimmt: 89 Prozent der Deutschen finden, der Hass im Internet habe zugenommen.

Am Ende steht ein einziger, klarer Gedanke – einer, der von Konfuzius bis zum Grundgesetz reicht und den der Philosoph Martin Buber auf zwei kleine Worte brachte: „Ich-Du“ statt „Ich-Es“. Ob wir im anderen einen Menschen sehen oder nur eine Nummer, einen User, einen Fall. Daran, nicht am Pronomen, entscheidet sich Respekt.

Wo er wirklich zu kippen droht – und was jeder Einzelne dagegen tun kann –, das lesen Sie im vollständigen Essay.

Hier den ganzen Essay lesen (25 Seiten, pdf), mit Quellen, Grafiken und einem Blick über den Zaun in andere Kulturen. Lesezeit: etwa 20 Minuten – und danach schauen Sie Ihr nächstes Gespräch anders an.

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