Kleiner Raum, großes Thema. Am 12. April lud das TCG-Ohof in Meinersen zum Konzert „Highway to Heaven“ mit dem Duo Stine und Stone — und was Uwe und Kerstin Birnstein da auf die kleine Bühne brachten, war weit mehr als ein Nachmittagskonzert. 
Stine & Stone nahmen ihr Publikum mit auf einen musikalischen Roadtrip zwischen Himmel und Erde. Von U2s rastloser Suche über die Beatles und Bob Dylan bis zu Leonard Cohen, von Eric Clapton bis Udo Lindenberg — Stück für Stück legten sie die spirituellen Spuren frei, die in den großen Pop- und Rocksongs verborgen liegen. „Glaubensspuren in Pop-Songs zu finden, das ist mein großes Steckenpferd“, erklärte Uwe Birnstein zwischen den Songs, während Kerstin Birnsteins Stimme den Stücken genau die Wärme gab, die diesen intimen Rahmen brauchte.
Und dann die Geschichten! Von Paul McCartney, der auf die Frage, ob „Mother Mary“ nun seine Mutter oder die Gottesmutter sei, nur schmunzelt und sagt: Denk und fühl, was du möchtest. Von Eric Claptons Trauer um seinen vierjährigen Sohn. Von Udo Lindenberg, dem der Gevatter Tod in der Hotelbar gegenübersitzt — und Udo sagt: „Nee, ich mach noch ein paar.“ Kein erhobener Zeigefinger, sondern ehrliche Begegnungen mit Zweifel, Liebe und Hoffnung. „Freedom is just another word for nothing left to lose“ — Birnstein ließ solche Zeilen im Raum stehen und gab ihnen Tiefe, die man nicht erwartet hatte.
Die Stimmung? Intim, warmherzig, nachdenklich — und dann wieder herrlich komisch, etwa als der Moderator gleich zu Beginn klarstellte: „Highway heißt nicht Autobahn! Das ist eine Bundesstraße — mit Kreuzungen. Nicht, dass ihr glaubt, man kann hier mit 150 einfach in den Himmel brettern!“
Wer tiefer eintauchen will: Das Buch „Highway to Heaven — Die spirituelle Botschaft in Songs von AC/DC bis Led Zeppelin“ von Uwe Birnstein und Volker Eichener (bene!/Droemer Knaur) liefert die Hintergrundgeschichten zu den Songs — zum Nachlesen und Nachspüren. Unbedingt empfehlenswert.
