Der Prediger mit der Zahnbürste im Gepäck

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Lehmann ki – TCG-Ohof
Mit KI Canva erarbeitet

Warum trug ein sächsischer Pfarrer jahrzehntelang eine Zahnbürste bei sich? Weil er jederzeit mit seiner Verhaftung rechnete – nach dem Vorbild Martin Luther Kings – und trotzdem nicht den Mund hielt. Theo Lehmann, geboren 1934 in Dresden, promovierte als einer der ersten deutschen Theologen über Gospel und Negro Spirituals und holte genau diese Musik in eine Schlosskirche in Karl-Marx-Stadt, dem heutigen Chemnitz. Das Ergebnis: Zum ersten Jugendgottesdienst kamen 500 bis 600 junge Leute – in einem Staat, der die Kirche am liebsten als Auslaufmodell abgeschrieben hätte. Kein Wunder, dass die Stasi ihn jahrzehntelang unter dem Decknamen „Spinne“ beobachten ließ, mit Schmähversen und Spitzeln bis in den engsten Freundeskreis.

Trotzdem blieb er, wie er war: unbequem, klar und komisch zugleich. Seine Sätze sind bis heute frech und treffend: „Die Liebe Gottes ist wie Dynamit – der liebe Gott ist eine harmlose Beruhigungspille.“ Oder: „Jesus ist die Blaulichtaktion Gottes für eine verunglückte Welt.“ Gemeinsam mit dem Baptistenpastor Jörg Swoboda schrieb er über hundert Lieder – Lehmann die Texte, Swoboda die Melodien – die bis heute in unzähligen Gemeinden gesungen werden, oft ohne dass jemand weiß, wer sie geschrieben hat. Du kennst wahrscheinlich mindestens eines davon.

Wir haben seine Geschichte bei „Worte & Töne“ im TCG-Ohof erarbeitet – mit Blues, Klartext und einem Schuss Humor. Hier die Unterlagen    Programm für eine Veranstaltung und Präsentation auf Nachfrage.

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