Der Falter in der Kirchenbank – Was Kirche von der Schmetterlingspädagogik lernen kann

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F ef f a ab f c a e ecc – TCG-OhofVormittags planen viele Jugendliche ihren Lernweg selbst, nachmittags sitzen sie im Konfirmandenunterricht wieder in Reihen und sagen Sätze auf. Was bedeutet dieser Wandel des Lernens für die Kirchen? Dieser Frage geht der neue Essay „Der Falter in der Kirchenbank“ von Matthias Boeddinghaus nach.

Ausgangspunkt ist die Alemannenschule Wutöschingen. Die Hauptschule war einst von der Schließung bedroht. Mit ihrer „Schmetterlingspädagogik“ wurde sie zum Pilgerziel für Lehrkräfte aus dem ganzen deutschsprachigen Raum. Ihr Bild: Ein Schmetterling braucht zwei Flügel – selbstorganisiertes Lernen und Lernen durch Erleben. Mit nur einem dreht er sich im Kreis. Der Essay würdigt das Modell, verschweigt aber die Kritik nicht: Eine unabhängige Evaluation fehlt, schwächere Kinder brauchen mehr Struktur, und die Revolutionsrhetorik ist laut.

Ein Streifzug durch fünf Jahrtausende zeigt: Vom sumerischen Tafelhaus bis zum Computer in einer Mauer in Neu-Delhi flog Lernen oft nur mit einem Flügel. Die Kirche kannte beide schon früh. Die Alte Kirche prüfte vor der Taufe das gelebte Leben statt auswendig gelernten Wissens. Die Sakramente erklärte sie erst, nachdem die Getauften sie erlebt hatten. Sonntagsschulen, Katechisten in Afrika und Hauszellen in Seoul zeigen, was Selbstorganisation mit Begleitung leisten kann. Heute fliegt Kirche dort, wo Konficamps, junge Teamer, Godly Play oder Kirche Kunterbunt beides verbinden.

Zugleich zieht der Essay eine klare Grenze: Glaube ist ein Geschenk, kein Gelingensnachweis. Kirche braucht deshalb die Kanzel für das Wort, das man sich nicht selbst sagen kann. Und sie braucht die Werkstatt für die Fragen, die jeder selbst stellen muss. Die Emmaus-Geschichte wird so zum Urbild guter Lernbegleitung.

Ganz konkret regt der Essay an, das nächste Konfijahr nach dem Zwei-Flügel-Prinzip zu planen. Dazu gehört ein schlichtes Raster zu fünf Kernstücken, bei dem jede und jeder das Tempo selbst wählt. Hinzu kommt ein eigenes Erlebnisprojekt, etwa in der Lebensmittelrettung oder im Besuchsdienst. Am Ende steht kein Abfragen, sondern ein Abend, an dem die Jugendlichen erzählen.

Denn den Falter am Kirchenfenster kann man zappeln lassen, aufspießen – oder das Fenster öffnen. Hier die gesamte Geschichte (pdf)

oder auch als interativer Kurs hier …

 

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